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  • Gender Pain Gap: Warum Frauen mit Schmerzen nicht ernst genommen werden.

    Gender Pain Gap: Warum Frauen mit Schmerzen nicht ernst genommen werden.

    Gender Pain Gap: Warum Frauen mit Schmerzen nicht ernst genommen werden.

    Symbolbild, mit KI erstellt. Es zeigt keine reale Person.

    Gender Pain Gap: Warum Frauen mit Schmerzen nicht ernst genommen werden.

    Körper
    Zykluswissen Redaktion
    Zykluswissen Redaktion
    ·
    07.08.2026

    Der männliche Körper gilt in der Medizin bis heute vielerorts als Maßstab. Das hat Folgen, die sich an konkreten Zahlen ablesen lassen und die viele Frauen aus eigener Erfahrung kennen. Gemeint sind dabei Frauen und alle Menschen mit weiblichem Körper.

    1. Jede dritte Frau fühlt sich nicht ernst genommen

    Es ist keine gefühlte Ausnahme, sondern ein Muster. In einer repräsentativen Umfrage aus dem Jahr 2025 berichtet rund jede dritte Frau, dass ihre Beschwerden im Gesundheitssystem nicht ausreichend ernst genommen werden – deutlich häufiger als Männer. Besonders betroffen sind junge Frauen.

    2. „Routine" ist nicht gleich schmerzfrei

    Manche Eingriffe gelten historisch als kurz und gut auszuhalten – etwa das Einsetzen einer Spirale oder die Entnahme einer Gewebeprobe am Gebärmutterhals. Die Erfahrung vieler Frauen sieht anders aus: Die Schmerzen reichen mitunter bis zur Ohnmacht. Vorab nach einer Schmerzlinderung zu fragen, ist deshalb kein übertriebener Wunsch, sondern dein gutes Recht.

    Demonstration der Entnahme einer Spirale am Modell

    Symbolbild, mit KI erstellt. Es zeigt keine reale Person.

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    3. In der Notaufnahme warten Frauen länger

    Auch beim akuten Schmerz zeigt sich die Lücke messbar. Bei akuten Bauchschmerzen in der Notaufnahme warteten Frauen im Schnitt 16 Minuten länger auf ein Schmerzmittel als Männer bei gleichen Schmerzwerten (Chen et al., 2008).

    Gleicher Schmerz, andere Behandlung. Das ist keine Wahrnehmung, das ist eine Zahl.

    4. Der männliche Körper als Standard

    Der Ursprung liegt tiefer, im System selbst. Medikamente wurden lange vor allem an Männern erforscht, und viele Dosierungen und Leitlinien orientieren sich bis heute am männlichen Körper – ein Muster, das die Autorin Caroline Criado-Perez in „Unsichtbare Frauen" umfassend beschreibt. Was fehlt, ist Forschung, die den weiblichen Körper von Anfang an mitdenkt.

    Frau im Gespräch mit einem Arzt über Bauchschmerzen

    Symbolbild, mit KI erstellt. Es zeigt keine reale Person.

    Was sich ändern muss – und was du selbst tun kannst

    Die Gender Pain Gap ist kein individuelles Problem, sondern ein strukturelles. Sie zu schließen, verlangt mehr Forschungsgelder für die Frauengesundheit und eine Medizin, die geschlechtsspezifische Unterschiede ernst nimmt.

    Bis dahin hilft eine gute Vorbereitung. Wer Beschwerden über die Zeit festhält – wann sie auftreten, wie stark sie sind, ob sie mit dem Zyklus zusammenhängen –, geht mit konkreten Angaben statt vager Erinnerungen ins Gespräch. Und konkrete Angaben lassen sich schwerer abtun.

    Am aussagekräftigsten werden deine Angaben, wenn diese nicht nur einmal, sondern über mehrere Zyklen hinweg gesammelt werden.

    Dein Schmerz ist real, und er verdient es, gehört zu werden. Das Wissen um die Gender Pain Gap nimmt dir den Zweifel an dir selbst – und gibt dir gute Gründe, für dich einzustehen.

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    Quellen

    • YouGov Deutschland, repräsentative Bevölkerungsumfrage im Auftrag von Doctolib Deutschland, Juni 2025. „Fast jede dritte Frau berichtet von Benachteiligung im Gesundheitssystem."
    • Chen EH, Shofer FS, Dean AJ, et al. Gender disparity in analgesic treatment of emergency department patients with acute abdominal pain. Acad Emerg Med. 2008;15(5):414–418. doi:10.1111/j.1553-2712.2008.00100.x (peer-reviewed)
    • Gender Pain Gap Index Report (Nurofen/Reckitt), Befragung von rund 5.100 Personen in Großbritannien, 2024 (Industrie-Umfrage, nicht peer-reviewed)
    • Criado-Perez, C. (2019). Unsichtbare Frauen. München: btb.

    Dieser Beitrag basiert auf dem Inhalt von zykluswissen.net (einem Online Magazin der Ovy GmbH) und dient ausschließlich Informationszwecken. Er ersetzt keine medizinische oder klinische Beratung oder Diagnose durch medizinisches Fachpersonal.